ARCHIV FÜR AUTOBAHN- UND STRASSENGESCHICHTE

Geschichte & Organisation | Historischer Kalender

Ereignisse des Jahres 1934

     

                                


Januar

01.01.1934
  • Org: Einrichtung der Obersten Bauleitung Kraftfahrbahnen (OBK) in Stuttgart.

    Angaben zur Informationsquelle:   

03.01.1934
  • Strecke 5: Erster Spatenstich an der Strecke 5, der RAB Köln - Düsseldorf, durch Reichsbahnoberbaurat Nadler. Die "schlichte Feier" erfolgte am Vormittags nahe dem Bahnhof Schlebusch. Die Strecke soll später in die Umgehungsstraße bei Opladen einführen.


31.01.1934
  • OBK Nürnberg: Bestellung von Paul Hafen zum Leiter der Obersten Bauleitung für den Bau der Kraftfahrbahn Schleiz - Bayreuth.

    Hafen

    "75 Jahre Autobahndirektion Nordbayern - 1934-2009"   


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Februar

01.02.1934
  • Merkblatt 1 über "die landschaftliche Eingliederung der Reichsautobahnen".

  • Einrichtung der OBR Nürnberg.

  • Einrichtung der OBR Hannover. Sie wird ab 21. März 1934 mit den Bauarbeiten auf der heutigen A 2 zwischen Hannover und Helmstedt beginnen.

  • Org: Einrichtung der BAR Frankfurt (Oder) bei der OBR Berlin. Der Sitz ist in Frankfurt (O), Am Anger 12. Vorstand: Dr.-Ing. Schneiders

  • Org: Einrichtung der OBK/OBR Halle/Saale. Vorstand: Reichsbahn-Oberrat Hermann Rukwied, ab Herbst 1938 Reichsbahn-Oberrat Emil Molt.


24.02.1934
  • Org: Einrichtung der BAR Recklinghausen durch die OBR Essen.


27.02.1934
  • OBR Hannover: Auftrag für die 27 km lange Teilstrecke Uhrsleben - Elbübergang.

    Uhrsleben-Elbe
    Ausschnitt einer Kartenskizze in Die Strasse 1 (1934), Heft 20, S. 708


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März

01.03.1934
  • Org: Gründung der BAR Dresden als Abteilung der OBR Dresden. Zuständig für Teilstrecken der RAB Dresden - Eisenach, Dresden - Berlin, Dresden - Görlitz und Dresden - Lobositz.


10.03.1934
  • Org: Einrichtung der BAR Halle/Saale. Vorstand: Dr.-Ing. Baumeister.


11.03.1934
  • Rundschreiben -S/O- über die "Bepflanzung der Reichsautobahnen; 'Kompostbereitung'".


16.03.1934
  • BAB A72/Strecke 84: Einrichtung der BAR Chemnitz durch die OBR Dresden. Zunächst mit den Aufgaben für die heutige BAB A4 befasst, übernahm sie Anfang 1937 auch die Bauleitung über die Teilstrecke Hartenstein – AD Chemnitz.


21.03.1934
  • Strecke 47: 1. Spatenstich für die Strecke München - Landesgrenze in München-Ramersdorf

    MüSa
    München-Ramersdorf, die Stelle des Baubeginns der RAB München - Landesgrenze
    Quelle: Karais, F. Frh. K. v.: Reichsautobahn München - Salzburg,
    Volk und Reich Verlag Berlin 1936

  • Beginn der Bauarbeiten als sog. "Arbeitsschlacht" an den Baustellen

    Forster Tageblatt
    Mit viel Propaganda und Pathos: Beginn der sog. "Arbeitsschlacht"
    Quelle: Forster Tageblatt Nr. 68 (Beiblatt) vom 21. März 1934

    • Echterdingen der Strecke Stuttgart - Ulm
    • Mannheim der Strecke Frankfurt/M. - Mannheim
    • Heidelberg der Strecke Frankfurt/M. - Heidelberg
    • Frankfurt/M der Strecke Frankfurt/M. - Darmstadt
    • Schlebusch bei Opladen der Strecke Köln - Duisburg
    • Buer der Strecke Duisburg - Dortmund
    • Recklinghausen der Strecke Duisburg - Dortmund
    • Kaiserberg bei Duisburg der Strecke Duisburg - Dortmund
    • Bremen der Zubringerstrecke Bremen
    • Oytener Berg der Zubringerstrecke Bremen
    • Wandsbek der Strecke Hamburg - Lübeck
    • Bad Oldesloe der Strecke Hamburg - Lübeck
    • Finowfurt der Strecke Berlin - Stettin
    • Groß-Stoboy der Strecke Königsberg - Elbing
    • Katzbach-Abstieg der Strecke Liegnitz - Breslau
    • Chemnitz der Strecke Chemnitz - Dresden
    • Halle der Strecke Halle - Leipzig
    • Peine der Strecke Berlin - Köln
    • Braunschweig-Land der Strecke Berlin - Köln
    • Gifhorn der Strecke Berlin - Hannover

26.03.1934
  • "Gesetz über die einstweilige Neuregelung des Straßenwesens und der Straßenverwaltung" Mit diesem Gesetz wird die Straßenverwaltung im Deutschen Reich neu geregelt:

    • Reichsautobahnen, in der Zuständigkeit des Unternehmens "Reichsautobahnen",
    • Reichsstraßen, in der Zuständigkeit des Reiches,
    • Landstraßen 1. Ordnung in der Zuständigkeit der Länder und
    • Landstraßen 2. Ordnung, in der Zuständigkeit der Landkreise.

    Das Gesetz tritt am 1. April 1934 in Kraft und wird bis in die ersten Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg beibehalten.

    Straßen und Brücken in Hessen   
    50 Jahre Straßenwesen in der Bundesrepublik Deutschland   

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April

04.04.1934
  • Gründung der BAR Gera I als Abteilung der OBR Halle. Zuständig für eine Teilstrecke der RAB Berlin - München. Sie wird am 28. Januar 1938 aufgelöst.


09.04.1934
  • Einrichtung der BAR Weißenfels als Abteilung der OBR Halle. Zuständig für eine Teilstrecke der RAB Berlin - München. Sie wird am 14. August 1937 aufgelöst.


20.04.1934
  • Einrichtung der BAR Kamen.


21.04.1934
  • Strecke 72: Baubeginn bei Halle (Saale) für die Reichsautobahn zwischen Halle - Leipzig - Dresden.

    "Der Einsatz des Arbeitsdienstes im Bereich der OBK Halle" in   


25.04.1934
  • Merkblatt 4: "Kompostbereitung".

  • Merkblatt 5: "Berasung der Böschungen"


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Mai

01.05.1934
  • Errichtung der OBR Kassel. Sitz ist die Kronprinzenstraße 1-2, Leiter wird der Direktor der Reichsbahn Liebetrau. Die 9 Dezernate sind für Trassierung, Grunderwerb, Finanz- und Personalangelegenheiten sowie für bautechnische Belange zuständig. Ausführlich dazu in: Vahrenkamp, R.: "Die Zentrallage Kassels- Verkehrspolitik und Autobahnbau in Nordhessen 1920 bis 2000".


19.05.1934
  • OBR Nürnberg: Auszug aus den ersten Büroräumen im Nürnberger Bahnhof und Bezug neuer Räume im Gebäude der ehem. "Fränkischen Tagespost".


28.05.1934
  • Gesetz über die Reichsstraßenverkehrsordnung (RStVO), veröffentlicht im RGBl 1934, Nr. 59. Sie tritt grundsätzlich am 1. Oktober 1934 in Kraft. Der Erlass dieser Ordnung war möglich, weil der Reichsverkehrsminister 1933 für solche Erlasse ermächtigt worden war.

    RVO


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Juni

15.06.1934
  • Einrichtung der BAR Berlin-Wilhelmshagen bei der OBR Berlin. Der Sitz ist in Wilhelmshagen, Victoriastraße 18. Vorstand: Reg.-Baumeister a.D. Grothe


16.06.1934
  • Einrichtung der BAR Nossen bei der OBR Dresden. Vorstand: Reg.-Baumeister Schröter. Sie wurde am 30. März 1938 aufgelöst.


22.06.1934
  • Beginn der Arbeiten an der Straßenbrücke über die Elbe bei Dömitz. Sie wird 960 m lang werden und eine Schifffahrtsöffnung von 153,80 m erhalten. Zwischen den Geländern beträgt die Breite 9,00 m für die 6,00 m breite Fahrbahn und zwei je 1,50 m breite Fußwege. Über diese Brücke wird die Reichsstraße R191 geführt.


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Juli

01.07.1934
  • Einrichtung der BARen Schleiz und Bayreuth durch die OBR Nürnberg. Die BAR Schleiz wurde aus praktischen Gründen nach Saalburg verlegt.


10.07.1934
  • Einrichtung der BAR Bad Homburg (OBK Frankfurt). Sie bestand bis zum 20. Dezember 1937.

  • Strecke 34: Einsatz der ersten Betonplatten als Straßenbelag auf der Strecke Frankfurt/M. — Darmstadt.


15.07.1934
  • Einrichtung der OBR Berlin. Der Sitz ist in Berlin C2, Burgstraße 28. Leiter: Stadtoberbaurat Usinger


18.07.1934
  • Einrichtung der BAR Münchberg durch die OBR Nürnberg. Sie besteht bis zum 30. September 1939.


19.07.1934
  • Strecke 67/68: 1. Spatenstich bei Görkwitz für die 70 km lange Teilstrecke Schleiz - Lanzendorf (heute AS Bad Berneck/Himmelkron) durch Gauleiter Wächtler.

  • Strecke 67: 1. Spatenstich bei Rodaborn.


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August

August 1934
  • DS

    Die Zeitschrift "Die Straße" wird als Organ des Generalinspektors für das deutsche Straßenwesen im Verlag Volk und Reich, Berlin, herausgegeben.


15.08.1934
  • Der Oberpräsident der Rheinprovinz verfügt die Sperrung der Kraftwagenstraße Köln - Bonn für Motorräder wegen nicht ausreichender Verkehrsdisziplin und fehlender Rücksichtnahme auf den Kraftwagenverkehr. Dies erfolgte, nachdem eine dreimonatige Probezeit mit polizeilichen Kontrollen und deren Auswertung erfolgt war. Es wid für die Zukunft eine Wiedereinführung der Kraftrad-Zulassung auf dieser Straße in Aussicht gestellt, wenn die 2 Fahrbahnen je Richtung in geeigneter Weise in zwei Hälften geteilt werden. Positive Erfahrung gibt es dazu von der Umgehungsstraße Opladen.


15.08.1934
  • OBR Nürnberg: Erneuter Umzug aus dem Gebäude der ehem. "Fränkischen Tagespost" in den Südflügel der Reichsbahndirektion, der extra dazu verlängert worden war.


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September

September 1934
  • An der Baurampe bei Lösau (R87) sowie am Kuttenberg bei Krauschwitz finden jeweils ein sog. 1. Spatenstich statt. Die Firmen, denen die Ausführung der Erdbaumaßnahmen übertragen wurde, gestalteten kleine Feierstunden. Daran nahm auch der Leiter der BAR Weißenfels Feiereißen teil.


01.09.1934
  • Einrichtung der BAR Glauchau bei der OBR Dresden. Vorstand: Reg.-Baurat Dr.-Ing. Ehnert.


03.09.1934
  • Beginn des bis zum 19. d. M. dauernden VII. Internationalen Straßenkongresses in München. Veranstalter ist der Internationale Verband der Straßenkongresse mit Sitz in Paris.

    Die eigentlichen Kongressverhandlungen dauern vom 3. bis zum 8. September. Vom 9. bis zum 18. d. M. begeben sich die Teilnehmer auf mehrere Besichtigungsreisen. Diese enden in Berlin, wo am 19. September ein Festakt den Kongress abschließt.


11.09.1934
  • Strecke 58 (heute BAB A12): Erster Spatenstich für die Teilstrecke Fürstenwalde - Frankfurt (Oder).

  • Erster Spatenstich zum Bau der Strecke 27, Teilstrecke Göttingen - Kassel an der Kasseler Landstraße in Göttingen.


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Oktober

01.10.1934
  • Die Reichs-Straßenverkehrs-Ordnung vom 28. Mai 1934 und die dazu erlassene Ausführungsanweisung vom 29. September 1934 treten in Kraft.

    "Zur Reichs-Straßenverkehrs-Ordnung" in:   


15.10.1934
  • Gründung der BAR Gera II als Abteilung der OBR Halle. Zuständig für eine Teilstrecke der RAB Berlin - Eisenach.


26.10.1934
  • Strecke 4: Baubeginn für den Ostpfeiler der Strombrücke über die Elbe beim Ort Hohenwarthe.

    EH
    Entwurf der Elbebrücke. Ansicht der Strombrücke. Quelle: Die Straße 2 (1935) H. 20, S. 716-719


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November

November 1934
  • Strecke 27: Baubeginn der Teilstrecke Kassel - Göttingen nahe des Kasselner Vorortes Sandershausen.


01.11.1934
  • Einrichtung der Bauabteilung Reichsautobahn Hersfeld. Sie untersteht der OBR Kassel. Den Vorsitz hat Reg. Baumeister a.D. Warnitz. Die BAR ist für den Streckenabschnitt Kirchheim - Hönebach der Strecke 81 (Kirchheim - Eisenach) zuständig.


20.11.1934
  • Strecke 4 (BAB A4): Baubeginn für das westliche Widerlager der Elbebrücke bei Hohenwarthe.


24.11.1934
  • Strecke 47 (BAB A8): Richtfest für die Mangfallbrücke auf den 60 m hohen Pfeilern. Damit kann mit dem Auflegen und dem Zusammenbau der Stahlkonstruktion begonnen werden.

    Mangfallbrücke
    Während der Feier des Richtfestes. Quelle: Die Strasse 1 (1934) Heft 8, 1. Dezemberheft, S. 255


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Dezember

06.12.1934
  • Schreiben des Thüringer Ministeriums des Innern an die staatlichen Polizeiverwaltungen und Stadtvorstände in Apolda, Arnstadt, Eisenach, Greiz und unmittelbar betroffenen Gemeinden, die Thüringer Kreisämter und die Thüringer Geheime Staatspolizei [Gestapo]. Das Schreiben betrifft die Vermittlung von Arbeitskräften für die Reichsautobahnen. "Die Arbeitsämter sollen nur Arbeiter vermitteln, die in politischer Hinsicht zuverlässig sind. Keine Arbeiter, die in politischer oder spionagepolitischer Hinsicht als nicht einwandfrei angesehen werden können."


07.12.1934
  • Einrichtung einer "Zentrale für Unterkünfte" bei der Direktion der Gesellschaft "Reichsautobahnen"

  • Verordnung zur Durchführung des Gesetzes vom →  26. März 1934 über die "einstweilige Neuregelung des Straßenwesens und der Straßenverwaltung".


15.12.1934
  • Änderung des Namens der "Studiengesellschaft für Automobilstraßenbau" (STUFA) in den Namen "Forschungsgesellschaft für das Straßenwesen e.V." (FGS). Sitz der Gesellschaft: Berlin.


16.12.1934
  • Nach den Entwürfen Speers wird bei Werbellin an der Strecke 54 (heute BAB A11) ein Reichsautobahn-Musterlager eingeweiht. Anwesend sind auch Dorpmüller, Ley, Todt und Speer. Das erste Musterlager allerdings entstand lt. "Asphalt und Teer Straßenbautechnik", Heft 51 (1934), S. 1040 in Lützlow bei Prenzlau.

    Neben diesem Musterlager bestehen an der Strecke Berlin - Stettin weitere 11 provisorische Lager, "die den Bauarbeitern Heimstätten werden sollen." (Zit. a.: Asphalt und Teer Straßenbautechnik, Heft 52 (1934), S. 1061).

    Lützlow
    Das erste Musterlager an einer RAB. Es entstand bei Lützlow, östlich der Anschlussstelle Gramzow an der Strecke Berlin - Stettin. Quelle: Die Strasse 1 (1934), Heft 8, S. 256


19.12.1934
  • Einsturz des Schalgerüsts für die Lotzebachbrücke bei Brabschütz (seit 1. Jan. 1994 Ortsteil der Ortschaft Mobschatz westl. v. Dresden) über dem westlichen Feld.


Zusammenstellung: H. Schneider, Redaktion Naumburg (Saale) des AfASG, 3/2020


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